Wie gut sind die Stadtwerke für die digitale Zukunft aufgestellt?
In der Bewertung der Jury der Auszeichnung Top-Lokalversorger bekamen die Stadtwerke Brühl zu Beginn des Jahres Bestnoten im Bereich Digitalisierung. Wie gut sind die Stadtwerke für die Zukunft aufgestellt? Sebastian Mies, Leiter IT & Projekte, steht unserer Redaktion Rede und Antwort.
Was tun die Stadtwerke aktuell, um sich für die Zukunft zu wappnen? Warum ist die Umstellung so wichtig?
Wir optimieren aktuell aktiv unsere digitale Infrastruktur. Nach abgeschlossener Analyse 2024 haben wir sowohl auf Hardware als auch auf Softwareseite veraltete Komponenten vorgefunden, die unseren Anforderungen an modernes Arbeiten nicht mehr gerecht wurden. Auch wenn unsere Systeme durchgehend sicher waren, sind wir nun insgesamt in der digitalen Sicherheit noch besser für die Zukunft aufgestellt.
Modernisierung im laufenden Betrieb
Welche Bereiche wurden angepackt? Welche Herausforderungen gab es?
Vermutlich wäre es einfacher zu sagen, was wir nicht angefasst haben. IT-Dienstleistungen betreffen alle Bereiche des Lebens und des Arbeitens, vom Drucker angefangen über Netzwerkkomponenten, Server, Softwareprogramme zur internen Kommunikation – wir haben jedes System überprüft und dann ausgetauscht, erneuert oder auf neue Füße gestellt.
Das meiste haben unsere Kundinnen und Kunden nicht mitbekommen. Allerdings hat die Umstellung beim Kundenportal länger als erwartet gedauert. Auch bei unserer Telefonanlage gab es ein paar negative Überraschungen und in der Folge deutliche Verzögerungen. Der ursprüngliche Termin ließ sich deswegen nicht halten und der neue Termin musste ausgerechnet in die Jahresendabrechnung fallen – das ließ sich leider nicht verhindern. Wie bei einer Operation am offenen Herzen mussten wir die Umstellungen mit unserem Dienstleister dann während des laufenden Betriebs durchführen. Dadurch haben sich Störungen im Kundenservice ergeben, für die wir uns nochmals entschuldigen.
Müssen Kundinnen und Kunden noch mit Einschränkungen rechnen?
Wir haben jetzt 90 Prozent umgesetzt. Es sind noch kleinere Sachen offen, die wir nacharbeiten werden. Zudem werden wir unsere Kolleginnen und Kollegen weiter in den neuen Programmen schulen und unsere Prozesse optimieren. Das hat auf unsere Kundinnen und Kunden aber keine Auswirkungen, da es sich hierbei um interne Prozesse handelt.
Wir wollen digitaler und moderner werden, dafür mussten wir das Fundament legen, um darauf in Zukunft aufzubauen.
– Sebastian Mies
Was Kundinnen und Kunden künftig merken werden: Wir werden Schritt für Schritt moderner. Viele Services lassen sich bereits heute digital rund um die Uhr nutzen. Ein Grundstein war zum Beispiel unsere Stadtwerke Brühl-App, die wir im Frühjahr 2024 eingeführt haben. Aber auch unser Chatbot entwickelt sich stetig weiter. Dennoch möchten wir nach wie vor den persönlichen Kontakt zu unseren Kundinnen und Kunden wahren.
Welche Herausforderungen gilt es noch zu meistern?
Eine weitere Herausforderung wird die Geschwindigkeit sein, die die Entwicklungen in diesem Bereich vorgibt. Man muss sich nur mal anschauen, was die KI noch vor drei Jahren konnte, was sie heute kann und wie schnell sie Einzug in unseren Alltag gefunden hat. Daran erkennt man gut, mit welchem Tempo die Digitalisierung voranschreitet.
Sebastian Mies
arbeitet seit 2022 bei den Stadtwerken Brühl und ist seit Oktober 2023 als Leiter IT & Projekte verantwortlich für Digitalisierungsprojekte im Unternehmen.