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Zur aktuellen Versorgungssituation

Die Lage an den Gasmärkten bleibt angespannt. Zum aktuellen Zeitpunkt läuft das russische Pokerspiel um gesicherte Gaslieferungen weiter.

Gasmangellage und aktuelle Situation

Die Lage an den Gasmärkten bleibt angespannt. Zum aktuellen Zeitpunkt läuft das russische Pokerspiel um gesicherte Gaslieferungen weiter.

Die deutschen Erdgasspeicher habe einen Füllstand von aktuell ca. 65%.

Notfallplan

Der Notfallplan Gas der Bundesregierung beinhaltet Maßnahmen umfasst drei Stufen: Die Warn-, Alarm- und Notfallstufe. In der ersten Stufe, die am 30. März 2022 ausgerufen wurde, tritt ein Krisenstab aus Behörden und Energieversorgern zusammen. In dieser Phase werden verschiedene Daten erhoben, die Regulierung des Gasflüsse erfolgt weiterhin marktbasiert.

In der Alarmstufe, die seit dem 23. Juni 2022 gilt, werden weiterhin marktbasierte Maßnahmen ergriffen, ein Eingreifen von staatlicher Seite erfolgt noch nicht.

In der 3. Eskalationsstufe, der Notfallstufe, tritt die Bundesnetzagentur als Bundeslastverteiler auf und bestimmt, in enger Abstimmung mit den Gasnetzbetreibern, die Lastflüsse für Gas. Diese wird ausgerufen, wenn die Maßnahmen des Marktes nicht mehr ausreichen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

 

Preisentwicklung und -prognosen

Die Erdgas-Beschaffungspreise steigen seit Oktober 2020. Mit Ausbruch des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 hat sich der Preisanstieg verschärft, ebenso nochmals nach der reparaturbedingten Drosselung der Pipeline Nord Stream 1.

Aktuell liegen die Gaseinkaufspreise für 2022 am Großhandelsmarkt bei rund dem 10-fachen Preis, als noch vor 2 Jahren.

Aus dieser Preisentwicklung lassen sich zum aktuellen Zeitpunkt folgende Preisprognosen für die zukünftigen Erdgas-Tarife ableiten: bezogen auf den Preis zum 01.01.2022 ist von einer Steigerung von mind. 80% zzgl. der noch zu erwartenden staatlichen Umlagen auszugehen.

Die Preistendenzen in der Erdgas-Beschaffung haben auch Auswirkungen auf die Strompreise. Aufgrund der drohenden Gasmangellage wurde durch die Bundesregierung beschlossen, keine Gaskraftwerke mehr für die Stromproduktion einzusetzen. Vielmehr sollen temporär Kohlekraftwerke laufen, allerdings sind auch die Kosten für Kohle auf dem Weltmarkt enorm gestiegen. Ferner ist der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken aktuell in der politischen Diskussion.

Auch beim Strom liegen die Einkaufspreise für 2022 bei fast dem zehnfachen, als noch vor 3 Jahren.

Aus dieser Preisentwicklung lassen sich zum aktuellen Zeitpunkt folgende Preisprognosen für unsere zukünftigen Strom-Tarife ableiten: bezogen auf den Preis zum 01.01.2022 ist von einer Steigerung von mind. 30% zzgl. etwaiger staatlichen Umlagen auszugehen. Bezogen auf den Preis zum 01.07.2022 (Absenkung der EEG-Umlage) bedeutet dies eine Steigerung von mind. 50%.

 

Einsparungspläne

Die EU Kommission entwickelt aktuell einen Notfallplan für eine eventuell bevorstehende Gasmangellage. Dieser sieht unter anderem vor, dass öffentliche Gebäude, Büros und kommerzielle Gebäude nur noch bis 19 Grad beheizt werden sollen. Für die Industrie soll es finanzielle Anreize zur Reduzierung des Gasverbrauchs in Form von Auktionen geben. Schwimmbäder werden ggf. geschlossen.

Bei Privathaushalten werden zum sparsamen Erdgaseinsatz angehalten. Durch die zuvor skizzierte Preisentwicklung ist davon auszugehen, dass ein Sparverhalten einsetzen wird, das allerdings nur schwer zu prognostizieren ist.

Die Reduzierung der Raumtemperatur um 1 Grad bringt beispielsweise eine Einsparung beim Gasverbrauch von ca. 6%.

 

Staatliche Rettungsschirme

Für größere Gaslieferanten wie Uniper wird vom Bund ein Rettungsschirm eingerichtet. Ziel ist hier, so früh wie möglich in der Lieferkette den Preis zu stabilisieren um Kaskadeneffekte zu reduzieren.

Der vom Land NRW geplante Rettungsschirm für Stadtwerke zielt darauf ab, bei den Stadtwerken Liquidität für teurere Erdgas-Ersatzbeschaffungen sicherzustellen, die im Falle einer Erdgasmangellage bevorstehen.