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Interessierte Zuhörer beim ersten Stadtwerke-Wortwechsel

Wortwechsel

Bürger staunen über Datenhaltung bei Messsystemen

Stadtwerke Brühl warten auf Zulassung von Gateway-Geräten

Durchaus überrascht reagierten die Gäste beim ersten „Wortwechsel“ der Stadtwerke Brühl auf die Informationen zu modernen Messeinrichtungen und Smart-Meter-Systeme. Demnach werden Verbrauchsdaten künftig an ein so genanntes Gateway übertragen und ausgewertet. Wehren kann sich dagegen weder der Eigentümer noch der Mieter eines Hauses. Die Datenübertragung zum Gateway ist nämlich gesetzlich vorgeschrieben. Nicht vorgeschrieben ist hingegen, wer das Gateway als Messstellenbetreiber einsetzt. Derzeit wartet die Branche und somit auch die Stadtwerke Brühl noch darauf, dass mindestens drei Anbieter von sogenannten Smart Meter Gateways durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert werden. Diese Gerätezulassung ist Bedingung für den Start der Umrüstung auf intelligente Messsysteme ab voraussichtlich Anfang 2019.

Das neue Veranstaltungsformat „Wortwechsel“ soll offen sein für jedermann und bedarfsgerecht im Kundencenter Janshof Fachfragen zu Themen rund um die Stadtwerke-Landschaft behandeln. Durch die Präsenz von Experten sorgen die Stadtwerke Brühl für einen offenen Gesprächsaustausch auf Augenhöhe.

Martin Lösch, Vertriebsleiter der Stadtwerke Brühl: „Wir wissen, dass Datenschutz in Deutschland ein sensibles Thema ist, das zeigten uns auch die überraschten Reaktionen der Teilnehmer des ersten „Wortwechsels“. Deswegen wollen wir als Stadtwerke unseren Vertrauensbonus in die Waagschale werfen und selber so schnell wie möglich in den Messstellebetrieb einsteigen. Denn wir als Stadtwerke haben ja einen Namen zu verlieren. Wir können es uns am allerwenigsten leisten, mit Daten schlampig umzugehen. Jeder darf also erwarten, dass bei uns alles sehr sauber und ordentlich läuft.“ Lösch weiter: „Verbraucherdaten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und daher entsteht ein ganz neuer Markt, in den natürlich auch Branchenfremde wie Telekom, Amazon und Google eintreten wollen. Aber wenn Stadtwerke etwas wirklich seit Jahrzehenten gut können, dann ist das die Arbeit rund um das Thema Energieverbrauch: Ablesen, Messen, Rechnen.“

Die Kosten der neuen smarten Messgeräte für Strom und auch Gas werden am Ende die Kunden tragen, soviel ist jetzt schon klar: „Die Smart-Meter-Technologie ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Der Rollout wird kommen. Die Energieersparnis, insbesondere bei Haushaltskunden, wird aber am Anfang auf keinen Fall so groß sein, dass damit die Anschaffungskosten der Geräte ausgeglichen werden“, so Stadtwerke-Experte Michael Löbel. Spannend werde die weitere technische Entwicklung: „Die neuen, modernen Messeinrichtungen werden umso sinnvoller und effektiver, je komplexer die Haus- und Energietechnik beim Kunden ist.“ Wer also eine Photovoltaik-Anlage betreibt, Heiztechnik mit automatischer Haussteuerung oder hauseigene Ladestationen für Elektroautos verbindet, der werde am ehesten Energiespareffekte mit der Smart Metering Techologie erzielen können.